Talking Woods

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Wir, Susanne und Nora, Studentinnen
des Studiengangs Kommunikations-
design machten aus unserer Bachelor-
arbeit einen Selbstversuch.

InDesign, Photoshop & Co strichen wir für den Zeitraum von
vier Monaten aus unserem Leben, das Macbook sperrten
wir in den Schrank. Unter Verzicht auf alle digitalen Werkzeuge
wollten wir herausfinden: Geht’s auch ohne?

Warum arbeiten wir alle, mit den selben Programmen? Sind sie
es letzlich, die die Ästhetik unserer Arbeiten bestimmen?
Sind wir dann nicht auch ihren Möglichkeiten unterworfen?

Durch Rückbesinnung auf ursprüngliche gestalterische
Methoden wollten wir Grundsätzliches wiederentdecken.
Alles was wir sonst digital erstellen – Typografie, Objekte, Muster,
Layout – gestalteten wir mittels analoger und handwerklicher
Techniken. Dabei war alles erlaubt: Linolschnitt, Siebdruck, Buch-
druck, Experimente mit Materialien jeder Art, Schneiden, Kleben,
Formen…! Wir schufen fiktive Aufträge zu einer Reihe von Projekten,
um auf möglichst viele verschiedene Lösungen zu kommen.
Vor Beginn eines Projekts nannten wir beide je ein Adjektiv. Wir
bildeten Assoziationsketten, leiteten so einen Absender ab und
entwickelten eine passende Anwendung.

Durch diese kleine Reise haben wir unser gestalterisches Repertoire
aufgefüllt. Wir wissen nun, dass wir auch mit unseren bloßen
Händen und Köpfen gute Gestalter sein können, und haben unser
Selbstvertrauen als Designer gestärkt.

IMPRESSUM


NORA RÖMER
WEISSENSEER WEG 20
10367 Berlin
NORA_ROEMER@YAHOO.DE


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NORA RÖMER


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© 2014 NORA RÖMER

kontakt

SUSI@CHMELA.DE
NORA_ROEMER@YAHOO.DE
danke an

ben wegscheider,
der diese seite programmiert hat.
b@benw.de

N˚ 1/7 HAUSCHKA

DIGITALE
ENTWÜRFE SIND
KOSTENLOS

PLAKAT FÜR KONZERT-
ANKÜNDIGUNG DES
PIANISTEN HAUSCHKA

ABSENDER

Die Adjektive, die uns zu diesem Absender
führten, sind „zufällig“ und „klassisch“.
Volker Bergemann ist Hauschka, deutscher
Komponist, Musiker und Pianist. Er präpariert
seinen Flügel mit allem, was er findet.
Mit Gaffer-Tape beklebte Saiten, Pingpong Bälle,
Kronkorken oder Plastikdeckel erzeugen
vermeintliche Fehlklänge.

UMSETZUNG

Die Gegenstände, die Hauschka in den
Klavierkasten legt, legten wir auf das Sieb und
belichteten es im Siebdruckstudio. Aus den
Schatten entstanden doppelte vibrierende Formen.
Am Ende liegen die Gegenstände wie bei Hauschka
wieder auf gespannten Klavierseiten.

BESONDERHEITEN

Alles war neu. Ein Tisch voller Pingpong Bälle
und Kronkorken statt einem Bildschirm vor
den Augen. Bei lauter Musik begannen wir selbst,
im Takt zu klimpern. Die getapte Schrift musste
beim ersten Mal sitzen, eine bewegbare Folie
darunter diente uns als Layouthilfe.

N˚ 2/7 feel festival

IRRWEGE
ERÖFFNEN NEUE
WEGE

WANDINSTALLATION
FÜR DAS "FEEL FESTIVAL"

ABSENDER

Die Adjektive, die uns zu diesem Absender
führten, sind „akustisch“ und „luftig“.
Am Kiekebuschsee, 20 Kilometer vor Berlin,
findet jährlich das „Feel Festival“ statt.
Klein aber fein wird zu viel Elektronischem aus dem Computer aber auch zu Live-Musik getanzt. Hölzerne Bühnen lassen alles wie einen großen Abenteuerspielplatz wirken.

UMSETZUNG

Getanzt wird mitten im Wald – „Between Oaks
and Pines“. Diesen Satz schrieben wir auf zwischen
Treibhölzer gespannte Seile. Alle Materialien
stammen aus der Umgebung und betonen die
Regionaliät der Veranstaltung.

BESONDERHEITEN

Wir knoteten gelbe, graue und pinke Schnüre
um unzählige Äste, um uns am Ende einzugestehen,
dass es nicht unseren Erwartungen entsprach.
Analoge Arbeiten vereinnahmen stärker. Umso
härter ist es, Dinge zu verwerfen.
Es gibt keine Vorschau.

N˚ 3/7 turina

HOLZ SCHAFFT
EINE SCHÖNE
OPTIK — UND RAUE
HÄNDE

SHOPPLAKAT FÜR DIE SCHMUCK-
DESIGNERIN SANDRA TURINA

ABSENDER

Die Adjektive, die uns zu diesem Absender
führten, sind „hochwertig“ und „geometrisch“.
Turina ist ein kleines Schmucklabel aus
der Nähe von Amsterdam. Geometrische, klare
Linien bestimmen den Stil. Die Designerin
Sandra Turina verwendet hauptsächlich rohe
Materialien wie Holz, Plexiglas oder Metall
für ihre kleinen Kunstwerke.

UMSETZUNG

Wir verwendeten die selben Materialien
wie Turina: Holz und Kupfer. Auf einer Holzplatte
wickelten wir schwarzes Garn um Nägel und
formten so Linie für Linie die einzelnen Buchsta-
ben. Es entstand ein dreidimensionales Netzgewirr,
das nur frontal betrachtet zu entziffern ist.

BESONDERHEITEN

Es war ein Drahtseilakt die Balance zwischen
den groben Materialien und der grazilen
Erscheinung zu halten. Die Verarbeitung der
Kupferplatte verlangte uns Präzision ab.
Die körperliche Arbeit des Hämmerns und
Sägens war am Abend spürbar.

N˚ 4/7 tydda

TEAMWORK
BEDEUTET NICHT
NUR 2 KÖPFE,
SONDERN AUCH
4 HÄNDE

PLAKAT FÜR DEN VIERZIGSTEN
GEBURTSTAG DES PAPIERHER-
STELLERS TYDDA AUS BERLIN

ABSENDER

Die Adjektive, die uns zu diesem Absender
führten, sind „gestapelt“ und „rein“.
Die Berliner Manufaktur Tydda in Wedding
hat sich auf die Herstellung von Papier
spezialisiert. Bereits vierzig Jahre widmet
sie sich diesem feinen Material mit sehr viel
Liebe. Ständig entwickelt man neue Verfahren
und kennt dabei keine Grenzen.

UMSETZUNG

Das Plakat zum 40. Jubiläum besteht aus
vierzig Schichten. Alle Siebdrucke
lagen übereinander. Jedes Blatt kürzten wir
ein Stück weiter, so dass Schnitt für Schnitt
eine weitere Ebene zum Vorschein kam.

BESONDERHEITEN

Überdimensionales Format und Gewicht
machten uns diesmal zu schaffen.
Es brauchte schwere Bleiletterkästen und
unser eigenes Körpergewicht, um den
Papierblock zu beschweren. Auf allen
vieren knieten wir auf dem Stapel und
schnitten um uns herum.

N˚ 5/7 yume

SO ZUGEMÜLLT,
WIE DEIN
DESKTOP IST,
WIRD AUCH DEIN ARBEITSPLATZ
SEIn

PLAKATSERIE FÜR DEN
JAPANISCHEN REGISSEUR
TOSHIKI OKADA

ABSENDER

Die Adjektive, die uns zu diesem Absender
führten, sind „inszeniert“ und „dynamisch“.
Toshiki Okada, Regisseur aus Tokio ist
Teil der „Theater der Welt“. Mannheim trifft
auf Fernost. Okadas Arbeiten wirken wie Träume
auf der Bühne. Sein gesellschaftskritisches Stück
„Super Premium Soft Double Vanille Rich“ zeigt
„Japans Sucht nach Eis“.

UMSETZUNG

„Yume“ sagen Japaner, wenn sie über
Träume sprechen. Diese vier Linolschnittbuch-
staben stehen auf marmorierten Kreisen.
Die Kunst des Marmorierens kommt aus Japan.
Im analogen Druckstudio haben wir aus Bleilet-
tern eine Druckanlage für den Text gebaut.

BESONDERHEITEN

Farben tropften in die Wanne, und der
Zufall nahm seinen Lauf. Wir konnten die Struktur
des Marmorpapiers nur bedingt beeinflussen und
mussten uns überraschen lassen. Bis alle
Faktoren – Farbe, Papier, Struktur – stimmten,
vergingen einige Versuche.

N˚ 6/7 triple oak

ÜBERLEG’S DIR
GUT – ES GIBT
KEIN APFEL Z

PLAKAT FÜR EIN
NEUES PRODUKT
VON WOODSTICK

ABSENDER

Die Adjektive, die uns zu diesem Absender
führten, sind „schnell“ und „natürlich“.
Das kleine Familienunternehmen Woodstick ist
in Amsterdam ansässig. Den Brüdern Viba und
Salin Reins dient im Designprozess die Natur als
Vorbild. Handgefertigte Fahrradlenker aus
Holz und Metall sind dabei ihre Spezialität.

UMSETZUNG

Triple Oak – dreifach Eiche. Das ist der Name
des neuen Fahrradlenkers. Naheliegend, dass
wir die Liebe der Designer zum Holz aufgegriffen
haben. Die Flächen in der Typo bilden mit
Öl-Pastellkreide durchgepauste Holzstrukturen.

BESONDERHEITEN

Für die passenden Vorlagen mussten wir in den
Holzhandel. Freundliche Mitarbeiter holten
uns die vier Meter langen Bretter aus den Regalen.
Mit verwunderten Blicken, aber größtenteils
positiven Kommentaren werkelten wir auf dem
Hallenboden.

N˚ 7/7 urban gardens

GOOGLE
FINDET PALMEN-
HAINE, DOCH WIR
WOLLEN EICHEN-
WÄLDER

PLAKAT FÜR DIE
PRINZESSINNEN-
GÄRTEN IN BERLIN

ABSENDER

Die Adjektive, die uns zu diesem Absender
führten, sind „ökologisch“ und „gegensätzlich“.
Die Prinzessinengärten in Berlin-Kreuzberg
sind das Vorzeigeprojekt der deutschen
Urban-Gardening-Bewegung. Das Grün soll
seinen Weg zurück in die Stadt finden. Die brach-
liegende Fläche am Moritzplatz wurde in ein
kleines Paradies verwandelt.

UMSETZUNG

Das große Blatt aus den Gärten wurde im
Siebdruckverfahren weiß bedruckt.
Die Vorlage dafür ist eine Folie, die wir mit
Bleilettern bestempelt haben. Für den gespren-
kelten Hintergrund brauchten wir schwarze
Tusche, eine Zahnbürste und ein Sieb.

BESONDERHEITEN

Ein Blatt ist kein Blatt Papier. Es liegt nicht
plan auf, es ist feucht und hat nie das gleiche For-
mat. Der Druck war ein Wettlauf mit der Zeit.
Wir starteten mit 15 Blättern, zum Glück brauch-
ten wir am Ende nur ein einziges.